22 April, 2019
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„Weihnachtsgeschenk“ für die Schule Bispingen

Neue Schulinspektion gibt Zwischenbericht mit erfreulichem Ergebnis. Die Grund- und Oberschule Bispingen ist die erste untersuchte Schule im Heidekreis.

 

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Die Grund- und Oberschule Bispingen steht seit Ende 2017 unter besonderer Beobachtung: Sie steckt mitten drin in der „Fokusevaluation“, das ist die neue Bezeichnung für die Schulinspektion. Damit ist sie die erste Schule im Heidekreis, die diese Überprüfung durchführt.

Neu an der Fokusevaluation ist, dass die Schule nicht einmal stichprobenartig in einer Woche besucht wird, sondern dass sie über 1 ½ Jahre bei einem Vorhaben begleitet und beobachtet wird. 

Wählen können die Schulen aus sieben sogenannten Fokusthemen: Englisch, Mathematik, Deutsch, Bildung in einer digitalisierten Welt, durchgängige Sprachbildung, individualisiertes Lernen und Leistungsorientierung. 

Die Grund- und Oberschule Bispingen hat sich für das Oberthema „Leistungsorientierung“ entschieden. 

Nach zwei schulinternen Lehrerfortbildungen zum Thema „Classroom Management“ wollte die Schule das erlernte Wissen nachhaltig im Schulalltag verankern. Dazu hat sie seit Anfang des Jahres 2018 in vielen Dienstbesprechungen und in einer schulinternen Fortbildung weiter am Thema gearbeitet. 

Beim Classroom Management geht es darum, durch Rituale sowie festgelegte, abgesprochene Strukturen und Regeln mehr Arbeitsruhe zu haben. In einer wertschätzenden Atmosphäre soll die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit dadurch effektiver genutzt werden. Der Unterricht soll für die Schüler transparent sein und einen hohen Lernwert haben. 

Der zuständige Dezernent der Landesschulbehörde, Jörg Keyßner, zeigte sich sehr zufrieden mit der Wahl des Themas: „Classroom Management dient allen an Schule Beteiligten. Das Thema geht mitten in das Herz von Schule.“

Nach der zehnmonatigen ersten Arbeitsphase gab es nun zur Mitte des Prozesses einen großen Schulbesuch durch drei Schulinspektoren. 

Zwei Vormittage lang haben diese sich 19 ganze Unterrichtsstunden bei unterschiedlichen Lehrkräften in den Klassenstufen 1-10 angeschaut und in vorgegebenen Unterrichtsbeobachtungsbögen notiert, was sie dort beobachtet haben. Für die Schule Bispingen ist das Ergebnis sehr erfreulich, gibt aber auch Tipps zur Weiterarbeit: 

In den Bereichen „Effiziente Klassenführung“ und „Unterstützendes Unterrichtsklima“ hat die GOBS gut abgeschnitten. Es wurde damit bestätigt, dass der Unterricht gut organisiert war, dass die Stunden effektiv zum Lernen genutzt wurden und dass in den meisten Fällen die Schüler genau wussten, was auf sie zu kommt. Ein roter Faden war in den Stunden erkennbar und die Lehrkraft behielt den Überblick über das Geschehen in der Klasse. Außerdem wurde mit Störungen, wenn es welchegab, gut umgegangen. 

Ein wertschätzender Umgang der Lehrkräfte mit den Schülern wurde bestätigt und ebenso ein angemessenes Verhalten der Schüler gegenüber den Lehrern und Mitschülern. Die Lehrkräfte zeigten den Schülern, dass sie ihnen die geforderte Leistung zutrauen und gingen mit Fehlern positiv um, sofern welche gemacht wurden. 

Die Inspektorin Frau Müllem kommentierte das gute Ergebnis mit den Worten: „Sie haben in fast allen Ihrer Zielmerkmale sehr hohe Werte erreicht. Und ab 75% sprechen wir davon, dass diese Merkmale zur „Schulkultur“ gehören.“

Auch wenn die Ergebnisse der zentralen Abschlussprüfungen der letzten Jahre in Bispingen meistens über dem Landesdurchschnitt lagen, mehr als 40% der Abgänger den erweiterten Realschulabschluss erreichten und mehr als 25% im Anschluss eine der gymnasialen Oberstufen besuchten, will die Schule Bispingen natürlich immer besser werden. 

So formulierte der Inspektor Benjamin Neitzke denn auch seine Zielvorstellung für jede Schule mit„Leistung muss cool sein.“

Im Zwischenbericht stellten die Inspektoren fest: 

„Die Schulleitung der GOBS Bispingen hat den Prozess zur Steuerung der Unterrichtsentwicklung bereits vor Jahren strategisch und zukunftsweisend angelegt. Die Lehrkräfte tragen den Prozess der Unterrichtsentwicklung mit, setzen die geplanten Maßnahmen um und machen den Erfolg ihrer Arbeit im Unterricht deutlich ablesbar.

Die zweite, jetzt laufende Phase der Fokusevaluation hat die Schule so geplant, dass alle Lehrkräfte gegenseitig im Unterricht hospitieren und sich über das Classroom Management und die weitere Forderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler austauschen, um daraus gewinnbringende Erkenntnisse für die eigene Arbeit zu ziehen. 

Vor Ende der Fokusevaluation im Mai 2019 werden dann noch mal die Schüler und Eltern der Klassenstufen 3, 6 und 9 zu den bearbeiteten Themen befragt. Das Ergebnis wird im Auswertungsdialog II der Schulöffentlichkeit präsentiert.