Musik

Für viele Schüler und jüngere Generationen insgesamt ist es schwierig, sich nur durch eine reine Worterklärung etwas vorstellen zu können. Sie vertrauen ihren Ohren und ihrer Vorstellungskraft nicht ausreichend. Die meisten wollen sozusagen etwas 'mit eigenen Augen sehen'.

Die rein visuelle Art zu lernen aber widerspricht einer Vielzahl von Dingen in unserer Lebenswirklichkeit, denn viele grundlegende Vorgänge unseres Handelns sehen wir  nicht mehr. Aus einem Zeitalter der (sichtbaren) Mechanik sind wir in ein Zeitalter der elektronischen Digitalisierung gekommen. Wir verschieben, bearbeiten oder speichern fast täglich Millionen von Bits und Bytes, ohne diese Einheiten selbst sehen zu können. Ebenso unsichtbar geben wir 'aufgeladenes' Geld mit dem Handy aus. Auch eine versendete Nachricht sehen wir nicht in direkter Form wie beispielsweise einen Brief, den man per Hand in einen Briefkasten wirft.

Die obigen Beispele sprechen dafür, dass wir in einer Zeit der Unsichtbarkeiten leben. Vieles müssen wir uns schlichtweg vorstellen, ein Modell entwickeln, da wir es nicht mehr sehen können. Umso wichtiger ist es, ein Vorstellungsvermögen zu entwickeln, um in unserer schnell-lebigen Gesellschaft mithalten zu können. Diese Vorstellungskraft wird vor allem in musikalischem Zusammenspiel geschult. Man muss auf sich und gleichzeitig auf andere hören, eine Vielzahl von Vorgängen gleichzeitig 'auf den Punkt bringen' und seinem Gefühl vertrauen. Keine Ebene davon ist sichtbar – und dennoch kann man Musik spüren, nur eben nicht sehen. So passt Musikunterricht mehr denn je in unsere Zeit, wird doch das Beherrschen des Unsichtbaren, bloß Hörbaren geschult!

Unser oftmals durchgetakteter Tagesablauf mit knapp bemessenen Pausen, das Auftstehen und Zu-Bett-Gehen, die Jahreszeiten, aber auch Gezeiten wie Ebbe und Flut, Arbeitsphasen und Entspannung, Unterrichtszeiten und Ferien, Zeit mir Freunden und Zeit alleine – überall sind wir von Rhythmen umgeben, die unser Handeln bestimmen. Oft fehlt uns die Zeit, alles zu überdenken, was sich entwickeln würde, wenn. . .

Mehr denn je sind wir darauf angewiesen, ein gutes Gefühl für den richtigen Zeitpunkt unserer Handlungen zu entwickeln, ohne dass wir die Zeit hätten, für alles einen großen Plan anzulegen.

Es gibt im Leben wenig Garantien – aber einige gute Begleiter, zu denen auch die Musik gehört. Gewinne Selbstvertrauen, ein Gefühl für Dein Handeln und für das der Anderen und ein Gespür für das richtige 'Timing', den richtigen Zeitpunkt!

Moderner Musikuntericht bietet aber noch viel mehr: In der Musik kann und darf man ein Leben lang 'Kind' bleiben – denn man SPIELT ja Musik oder ein Instrument. Es sei also jedem Mut gemacht, der schonmal Sätze gehört hat wie „Für ein Instrument wirklich zu erlernen bist Du aber schon zu alt“.

Der Musikunterricht in der Schule kann und soll ein Angebot an Möglichkeiten zeigen – welchen Weg Du in der Musik weitergehst, bleibt Dir überlassen. In Deiner nächsten Musikstunde kommt der erste Schritt!